Iran kauft kräftig “Made in Germany”

Die deutschen Firmen verkaufen in den ersten sechs Monaten etwas mehr in alle Welt. Doch die maue Konjunktur macht sich bemerkbar. Ganz anders verläuft das Geschäft indes mit dem Iran – und es soll noch viel besser werden.

Die Geschäfte deutscher Unternehmen mit dem Iran nehmen nach dem Ende der Sanktionen immer mehr Fahrt auf. Die Exporte in die Islamische Republik zogen im ersten Halbjahr um 15 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro an. “Da geht noch mehr”, sagte der Geschäftsführer der Deutsch-Iranischen Handelskammer, Michael Tockuss, zu Reuters. “Wir werden in diesem Jahr sicherlich noch weiter anziehen und im Gesamtjahr bei 20 bis 25 Prozent landen.” Gefragt seien vor allem Maschinen und Anlagen, aber auch chemische Grundprodukte, Elektrotechnik und Erneuerbare Energien wie Windkraftanlagen.

Das Iran-Geschäft entwickelt sich damit weit besser als die deutschen Exporte insgesamt, die zwischen Januar und Juni nur um 1,4 Prozent zulegten. Nach der Beilegung des jahrelangen Streits über das iranische Atomprogramm wurden in diesem Jahr viele internationale Sanktionen beendet.

Für 2017 rechnet Tockuss mit einem weiteren Anstieg der Iran-Ausfuhren von 30 Prozent. “Die Sanktionen sind über mehrere Jahre aufgebaut worden”, sagte er. “Und es wird nun auch einige Jahre benötigen, das alles wieder vollständig zurückzufahren und neue Geschäftsbeziehungen aufzubauen. Das geht nicht von heute auf morgen.”

Das Haupthindernis für die Geschäftsbeziehungen sieht die Handelskammer in der Finanzierungsfrage. “Das Problem ist: Bei dem aktuellen Ölpreis kann der Iran größere Verträge nicht einfach so aus dem Cash-Flow stemmen”, sagte Tockuss. “Es fehlen langfristige Finanzierungsmöglichkeiten für den Iran.” Größere Investitionen zahle niemand aus der Portokasse. “Da braucht es Kreditzusagen und eine entsprechende Bereitschaft von den Banken”, sagte Tockuss. “Aber wir sehen auch: Es bewegt sich etwas, überall weicht es ein wenig auf.”

Quelle: n-tv.de , jwu/rts